Donnerstag, 2. Juni 2016

Peru - Arequipa bis Cusco

23. bis 28. Mai 2016

Arequipa liegt nahe der Grenze zu Bolivien, südlich von Lima und befindet sich auf 2'335 M. ü. M. Um eine 10 stündige Busfahrt zu vermeiden, entscheiden wir uns, mit dem Flugzeug für umgerechnet ~ Fr. 70.00 in die «weisse Stadt» zu fliegen, welche von Wüste und extrem hohen Vulkanen umgeben ist. Der wohl Bekannteste von ihnen, Misti, ist das Wahrzeichen der Stadt und fast allgegenwärtig.

Für drei Nächte hatten wir uns für Fr. 10.00 pro Nacht in einem Hostel eingemietet und den Kern der Stadt in drei Tagen gründlich unter die Lupe genommen. Besonderen Fokus legte Mirjam dabei auf kleinste, fast unsichtbare Moskitos, welche als Dank dafür ihre Füsse und Hände als Imbissbude missbrauchten. Obwohl sehr klein, bissen die kleinen Biester bzw. deren Stiche extrem. Sandro wurde in der Folge zweitweise durch heftiges Rütteln des Bettes geweckt, wessen Ursache nicht etwa ein Ausbruch von Misti, sondern lediglich eine sich kratzende Mirjam war. Nun, böse konnte man ihr aber nicht sein. Der linke Fuss war durch die Stiche so angeschwollen, dass er fast nicht mehr in den Turnschuh passte. Naja…eine Salbe aus der «Inka Farma» und anderweitige Mittel liessen Mirjam überleben.

Um unsere Reise nach Puno interessanter zu gestalten, buchten wir einen Trip in den Colca Canyon. Die zweitägige Tour führte uns in einem kleinen Bus (13 Gäste, 2 Guides) über ein Naturreservat für Vincuñas (Lama Art) über einen 5000 M.ü.M. Pass nach Chivay. Leider hatten unsere grossen Gepäckstücke nicht wie am Vortag besprochen im Kofferraum Platz. So mussten diese zwischen Fahrer und Guide platziert werden. Besondere Freude zeigten die beiden dann bei der Passfahrt in den Haarnadelkurven, wo jeweils die Koffer auf eine Seite kippten. Der Tag war trotz den vier Stunden Fahrt aufgrund der spektakulären Bergwelt, den vielen Vincuñas, Lamas und Alpacas sehr kurzweilig und wurde durch einen idyllischen Spaziergang bei Chivay perfekt abgerundet. Leider war das Abendessen dann ein wenig too much Touristico und die Folkloreshow im Restaurant ein wenig übertrieben. Nur einmal gab es wirklich viel zu lachen, als Sandro von den Tänzerinnen als Frau verkleidet und auf die Tanzfläche geschleppt wurde. Die kommende Nacht war saukalt und wir froren, trotz selbstgebastelter Bettflasche, enorm. Gut konnten wir am nächsten Morgen bereits um 5:30 Uhr aufstehen und in den Colca Canyon fahren. Das Highlight der Tour, der Flug des Condors, stand an.

Das Beobachten der riesigen, zweitgrössten Vögel der Welt mit bis zu 3.2 m Spannweite, war dann tatsächlich sehr eindrucksvoll. Um dem Massentourismus und den, in Peru allgegenwärtigen Strickwaren-Verkäufern auszuweichen, wanderten wir noch für eine Weile am scheinbar tiefsten Canyon der Welt entlang. Den Nachmittag verbrachten wir in einem grossen Reisebus und fuhren innert 6 h nach Puno. Zum Glück erfahren wir erst im Nachhinein, dass es sich bei dieser Strecke um eine der gefährlichsten in Peru handelt....

Frühmorgens standen wir wieder einmal gefroren (in der Nacht sinken die Temperaturen auf rund 0 Grad und die Hostel haben keine Heizung, dafür riesige Spälte bei Fenstern und Türen) auf und begaben uns zum Bahnhof, um den Zug nach Cusco zu nehmen. Dieses Luxustransportmittel bietet ein einmaliges Erlebnis mit eigenem Oldschool-Sessel, Panoramawagen inkl. Bar, 3-Gang Menu und anderweitigen Snacks usw. Um unseren Ruf als vorbildliche Schweizer zu wahren, trafen wir über eine Stunde vor Abfahrt bereits im Bahnhof ein und staunen nicht schlecht, als uns ein aufgeregter Bahnhofmitarbeiter sofort entgegeneilte und rief: «Sigñor Sandro, Sigñor Sandro! Es te???». Völlig perplex und schon fast sprachlos, dass man uns hier kennt, erfahren wir, dass unsere Sitze innert der nächsten 5 min. bestätigt werden mussten. Ansonsten würden unsere, per Kreditkarte im voraus bezahlten Tickets und somit unser Transport, verfallen. Immer noch erstaunt, dass wieder einmal mein Name gerufen wurde, obwohl Mirjam die Buchung vorgenommen hatte, handelte der Mitarbeiter zum Glück schnell und bestätigte unsere Sitze zwei Minuten vor Sieben. Punkt 8 Uhr sassen wir auf unseren Sesseln, welche schon fast einem richtigen Sofa ähnlich kamen und der Zug dampfte los. Doch schon nach knapp einer Stunde wurde der Zug langsamer und fuhr durch einen treibenden Markt am Rande der Gleise, respektive nach Durchfahrt des Zuges auf den Gleisen. Wir trauten unseren Augen kaum und genossen das Spektakel aus dem Panoramawagen, immerwährend den Peruanern zurückwinkend, die richtig Freude an der Zugdurchfahrt zeigten (jedenfalls die Meisten). Danach ging es schneller vorwärts und wir fuhren konstant über das Altiplano und genossen eine einmalige Bergwelt.


Plaza des Armas Arequipa
Arequipa mit Vulkan Misti





Am Markt...
Brrr... tote Alpaca Embryos im Hexenabteil...




Auf der Fahrt nach Chivay
Vincuñas





Sandro mit Lama
Alpaca
Mirjam mit Alpaca












On the Top
Sicht auf Chivay




Der Hund wollte unbedingt im Schatten von Mirjam sitzen.. warum auch immer ;-)
Peruanische Bauern

Sandro verkleidet als Frau...
Einfach zum knuddeln und knutschen...




Colca Canyon








Condor im Flug














Unsere Zugfahrt mit dem Andenexplorer - welch ein Erlebnis












Pisco Sour darf nie fehlen!






Ein Essen für Könige!






















Peru - Lima

19. bis 23. Mai 2016

Da sind wir nun also, in der Hauptstadt von Peru angekommen, aber wie in letzten Eintrag bereits erwähnt, leider ohne unser grosses Reisegepäck. Da wir den Fluggesellschaften bis anhin sehr viel Vertrauen schenkten, hatten wir natürlich unser Handgepäck nicht optimal für das "Überleben" ausgestattet. So mussten wir 36 Stunden ohne Ersatzkleidung - Unterwäsche eingeschlossen ;-) - zwei Nächte und einen Tag überstehen. Im Nachhinein können wir sagen - es gibt Schlimmeres :-). Jedoch nicht daran zu denken, was gewesen wäre, wenn unser Gepäck wirklich verloren gegangen wäre... aber wir wollen ja nicht pessimistisch sein. Den Erhalt unserer beiden Backpacks haben wir morgens um 6 Uhr mit einem kleinen Tänzchen im Zimmer gewürdigt. ;-)

Weil wir beide in der Vergangenheit bereits einen Teil von Südamerika bereist hatten, fiel der Kulturschock nicht all zu gross aus. Was uns mehr zu schaffen machte, waren die Tages- und Nachttemperaturen, die nun nicht immerfort zwischen 25-33°C lagen. Aber wie wir im Verlaufe unserer Reise noch erfahren werden, hätten wir diese immer noch sehr angenehmen Grade (20 Tag/10 Nacht) lieber intensiver genossen.  

Die insgesamt vier Tage in Lima haben wir mit gemütlichen Spaziergängen im Stadtviertel Miraflores, Ausspannen im Hostel, Besuchen von diversen Parks, u.a. dem Central Park, welcher von unzähligen Katzen bewohnt wird, und nicht zuletzt mit Essen verbracht. Das Essen in Lima war für uns insoweit ein Highlight, nicht etwa wie ihr jetzt vielleicht an Gourmetmenus denkt, nein, sondern weil wir in einem Laden feinen italienischen Salami gefunden haben. Könnt ihr euch vorstellen wie genüsslich wir nach einer lagen Durststrecke nach echtem Salami ins selbstgemachte Sandwich bissen?

Am Sonntag haben wir uns zudem noch ins Centro - anscheinend soll dieses ja gefährlich sein - gewagt. Wir haben jedoch nichts davon mitbekommen und mit Olivia (Mirjams Kollegin von der Sprachschule in Kolumbien) einen interessanten Sightseeing-Nachmittag verbracht. Am letzten Tag haben wir uns mit Olivia nochmals zum Mittagessen verabredet und uns verabschiedet. Unsere Reise geht bereits weiter in eine etwas höhere Region, nach Arequipa.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie günstig man in Südamerika als Schweizer/in leben "darf". So kostete uns das Mittagessen mit Vorspeise und Getränke im Centro Fr. 4.00. Unserem Hostel mussten wir für unsere Privatkabine mit geteiltem Bad Fr. 14.00 bezahlen (was aber in Lima eindeutig an der oberen Preislimite ist). Diese enorme Kaufkraft unsererseits zeigt aber auch gleich, wie arm Peruaner zum Teil sind. Es bricht uns häufig fast das Herz, wenn wir auf der Strasse wieder mal von einem alten Männlein um ein paar Soles gebeten oder wenn uns ein Kind irgendwelche Früchte für ein paar Centimos verkaufen will.







Unser erster "Jugo" in Südamerika

Unser Hochsicherheitsgefängnis... ähhh... Backpacker...


Central Park (Katzenpark) in Miraflores

Plaza des Armas Lima



Nicht wir, sondern diese jungen Schülerinnen wollten mit uns fotografiert werden...


Sandro am Coca-Blätter dealen... ;-)
See you Olivia - gute Heimreise!!!
zu guter Letzt, auch in Lima gibt es Schweizer Fondue ;-)