Sonntag, 27. November 2016

Uruguay - Montevideo und Colonia

28. bis 31. Oktober 2016

Uruguay gilt als kleine Schweiz von Südamerika und gewann vor ein paar Jahren die erste Fussballweltmeisterschaft. Das war ungefähr alles was wir von diesem Land wussten bevor wir früh morgens im Hafen von Buenos Aires eincheckten. Die Fähre bzw. das Schnellboot von Colonia Express war bis zum letzten Platz ausgebucht und wir mussten uns in scheinbar endlosen Anstehschlangen gedulden bis wir die Tickets und Zollformalitäten abgearbeitet hatten.

Auf dem Schiff suchten wir uns auf dem Upperdeck eine Nische um die Fahrt über den braunen Rio de la Plata zu geniessen. Der Plan wäre auch perfekt aufgegangen, wenn nicht eine gesamte Sportmannschaft dieselbe Idee gehabt hätte und uns während der gesamten Fahrt mit riesigem Tumult begleitete. Immerhin war dann die darauffolgende Busfahrt von Colonia nach Montevideo recht angenehm und wir konnten ein paar Stunden später problemlos im Hotel einchecken. Aber... wir machten fast noch vor unserem Zimmer wieder kehrt und gingen zurück zur Rezeption. Das uns zugeteilte Zimmer roch extrem schlimm nach kaltem Zigarettenrauch und war für uns unbewohnbar. Zum Glück wurde uns ein anderes grösseres Zimmer gezeigt und zugeteilt. Das nahmen wir doch gerne!

In Montevideo hatten wir uns zwei Dinge vorgenommen. Erstens wollten wir natürlich die Stadt kennen lernen und zweitens möglichst kostenlos und viel Geld beziehen! Da wir in Argentinien pro Bezug umgerechnet maximal Fr. 130.00 abheben können und dabei jedes Mal Fr. 6.00 Gebühren bezahlen, suchten wir hier im „Ausland“ eine Bank, bei welcher wir grössere Mengen Dollar gebührenfrei abheben konnten. Wir wurden glücklicherweise bereits bei der zweiten angepeilten Bank fündig und füllten unsere Taschen mit den begehrten grünen Scheinen.

Das überschaubare Altstadtviertel von Montevideo war schnell erkundet und wir staunten ab den riesigen Gebäude, welche rund um den Plaza Indenpendencia in den Himmel ragen. Im Fussgängerviertel schlenderten wir durch die Gassen und fanden einen kleinen Fahrradverleih, bei welchem wir für den kommenden Tag zwei Räder reservierten. Die nette Dame hinter dem Schalter gab uns neben vielen Tipps noch eine Karte und erklärte, dass wir eine Radstrecke von 20 km entlang der Küste fahren können.

Wir erinnern uns noch genau, wie wir uns an diesem Morgen auf unsere klapprigen Grossmutterräder geschwungen haben und vollen Mutes in die Pedale traten. Die wärmende Sonne, das Rauschen des Wassers, die schönen Ausblicke über die Stadt und die leichte Briese, die uns immmmmmmerfort entgegen blies... aaargh... . 

Auf Tipp unserer Vermieterin machten wir nach 18 km Halt und stiegen bei einem lokalen Fischer von unseren Fahrrädern. Mit einem komischen Gefühl durchschritten wir das lottrige Gasthaus und bestellten am Plastiktisch auf der Veranda ein Fischfilet. Hmm... ob hier die Vermieterin nicht etwas übertrieben hatte??? Wir waren überrascht... der Fisch war extrem geschmackvoll und verging fast von selbst auf unseren Zungen.

Wiederum 20 km am Strand zurück und ungefähr 8 h nach unserer Anmiete der Fahrräder schleppten wir uns die restlichen paar Meter zum Fahrradverleih und gaben die Drahtesel ab. Unsere Allerwertesten waren entzückt über den gewonnenen Freiraum und unsere Oberschenkel schrien nur so nach einer bequemen Sitzgelegenheit. Zum Glück gibt es auch in Uruguay Traditionen und dank dem italienischen Einfluss feiern die Einheimischen jeden 29. mit einem Gnoggi -Tag. Wir feierten an diesem Abend des 29. Oktober natürlich kräftig und dankbar mit :-). 

Uruguay besitzt auch ein paar komische Traditionen. So ist es zum Beispiel normal, dass ein Jeder mit einem Becher Mate-Tee und einer Thermosflasche herumläuft. Nicht übertrieben!!! Wirklich 90% aller Uruguayaner leben diese Tradition und laufen somit mit vollen Händen auf der Strasse umher. Wirklich eindrücklich zeigte sich dies am Markt inmitten von Montevideo. Ob Klein oder Gross, jeder musste einen solchen Becher mit sich herumschleppen und wurde dadurch ein begehrtes Fotomotiv der WTMS-Paparazzi.  


Unseren zweiten Halt in Uruguay machten wir in Colonia del Sacramento. Dieses kleine "härzige" alte Städtchen schlossen wir sehr in unser Herz. Überschaubar, mit alten Mauern und Kirchen verbaut, direkt am Fluss mit schönem Sonnenuntergang... was will man mehr. In der Stille liessen wir unsere Seelen baumeln und genossen ein paar Stunden auf einem warmen Felsen beim Hafen. 

Bevor unser kurzer Besuch in diesem schönen Land zu Ende ging, liessen wir uns am Abend die beste Pizza der Stadt schmecken und genossen ein lokales Bierchen unter einer Laube im Stadtpark. 

Aber nun geht's in den Süden... Patagonien erwartete uns!


Plaza Indenpendencia - Montevideo


Trödelmarkt im Altstadtviertel
Fahrradverleih - Start der etwas zu langen Fahrradtour
"Leuchtturm" von Montevideo :-D





Frühlingszeit im Oktober??? Gewohnheitsbedürftig... .

Sonntagmorgen in Montevideo - Markt
Eier und Deodorant...ob da ein Zusammenhang besteht?
Gehört einfach zum Uruguayaner: Der Mate-Tee 



Colonia del Sacramento - Wunderschöne Altstadt





Auch Robben müssen sich mal entspannen und einfach nur "reinhängen" ;-)



Fähre zurück nach Buenos Aires und ab nach Patagonien...


Samstag, 26. November 2016

Argentinien - Buenos Aires

14. bis 27. Oktober 2016

Die Gerüchte sind war: Buenos Aires ist eine der spannendsten Städte Südamerikas, voller europäisch geprägten Bauten und stimmungsvoller Viertel, eine Destination, wo wir uns wiedereinmal für ein paar Tage niederlassen wollten. Ein paar Tage im Voraus suchten wir uns deshalb ein Doppelzimmer in einem gemütlichen Hostel, welches sich im Stadtviertel Monserrat befindet.

Um uns eine teure Taxifahrt zu ersparen, liefen wir nach Ankunft am Cityflughafen AEP von Buenos Aires dem Rio da Prata entlang, bis wir auf ein Restaurant mit Wifi und zwei eiskalte Cola stiessen. Wir bestellten uns ein Uber-Taxi und liessen uns die restlichen paar Kilometer ins Hostel Sabatico chauffieren.

Ganze neun Tage quartierten wir uns am Ende dort ein, da wir zur Abwechslung Mal auf wirklich viele coole und gleichgesinnte Backpacker stiessen und mit diesen gemütliche Abende und Stunden verbrachten. Unter anderem haben wir mit zwei Nordländern zu Abend gekocht oder haben uns mit sechs weiteren Reisenden aufgemacht, um den Markt im Stadtviertel San Telmo zu besuchen. Dieser ist sehr touristisch, jedoch für den Tango bekannt. Da an diesem sonnigen Sonntag alle überaus motiviert waren noch mehr von der Stadt zu erkunden, endete der Tag mit einer langen Sightseeingtour durch La Boca, El Caminto, Porto Madero und dessen angrenzendem Park. Nach der Rückkehr beschlossen wir unsere Tour dann mit einer guten Flasche Malbec, wie noch häufiger in Argentinien, und Empanadas vom stadtbekannten Restaurant Mazacotte.

Die rund zwei Wochen in Argentiniens Hauptstadt verbrachten wir wie angedacht zu einem Teil im Spanischunterricht. Bereits am Sonntag nach unserer Ankunft meldeten wir uns für Montag, so spontan wie wir sind ;-), bei der vom Hostel empfohlenen Schule El Pasaje online an. Da selbstverständlich auch in Argentinien Lehrer am Sonntag nicht arbeiten, wurden wir von einem Mail aufgefordert, am besagten Montag um 9.00 Uhr für einen Einstufungstest zu erscheinen. Gesagt getan und so starten wir in zwei intensive Wochen Spanischunterricht, verbesserten unsere Kenntnisse um einiges und erfuhren zudem durch die Lehrpersonen Zusätzliches über die argentinische Kultur. Zum Beispiel wie man Mate-Tee richtig trinkt - Sandro kann euch nach unserer Rückkehr eine Vorführung geben - oder wie es um Argentinien in Sachen Wirtschaft und Inflation steht.

Dank oder eben nicht zum Dank der vielen Hausaufgaben der Schule, verstrichen unsere Tage in Buenos Aires wie im Flug. Die Nachmittage verbrachten wir, Unterricht war jeweils von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr, mit diversen Aktivitäten und dem Geniessen des Stadtlebens. So besuchten wir unter anderem zwei Tangoshows, unternahmen eine Free-Walking-Tour, versuchten in der für Geldwechsler berühmten Floridastreet zu shoppen und nahmen zwei Privat- und 3 Gruppenstunden Salsaunterricht. An dieser Stelle ist anzumerken, dass Sandros Hüftschwung enorme Fortschritte gemacht hat und er jetzt schon fast als richtiger Latino durchgeht! ;-)

Das zweite freie Wochenende haben wir nebst dem Umzug vom Hostel in ein Apartment - wir wollten noch etwas Luxus.. das heisst etwas mehr Ruhe, unsere eigene Küche und ein eigenes Bad. ;-) - ebenfalls mit zig Aktivitäten vollgepackt. So schossen wir einige Fotos mit dem Obelisco von Buenos Aires, sahen uns das Teatro Colon von aussen an, nahmen einen Augenschein vom berühmten Cementerio Recoleta (Ruhestätte zahlreicher wohlhabender und prominenter Einwohner von B.A. u.a. Evita), genossen zwei Stunden im wunderschönen Rosengarten sowie einige im Parque Ecologico und erlebten das Nachtleben im lebhaften Stadtviertel Palermo. 

Auch erfahren mussten wir am eigenen Leibe, wie es sein kann, mit der Subte (U-Bahn in Buenos Aires) zu fahren. Dies ist zu Stosszeiten wahrlich kein grosses Vergnügen... auch wer nicht klaustrophobisch veranlagt ist, könnte hier etwas zu Platzangst neigen. Die Platznot eine unserer Fahrten gipfelte an einem Stop, Mirjam war da tatsächlich versucht auszusteigen, als ein Herr höheren Alters kurz vor Abfahrt, die Türen schlossen bereits, mit einem hechtrollenähnlichen Sprung auf die Leute sprang... eine kleine Entschuldigung später ging die Fahrt weiter und wir konnten glücklicherweise schon bald aussteigen... Die Züge und Busse in Europa sind nach dieser Erfahrung wohl von nun an für uns immer stehts halb leer, egal wie voll diese sein werden ;-)

Schon seit längerer Zeit waren wir uns ja auch nicht mehr sicher, ob Sandros Frisur (siehe letzte Blogs ;-) noch zumutbar ist. Eigentlich hätten wir der Entwicklung seiner Haarpracht oder besser gesagt dem gedeihen seines Mooses gerne weiterhin zugesehen, fanden dann aber doch, das kürzere Haare eventuell doch praktischer sind. So machten wir uns also eines Abend auf, auch Mirjam wollte ihre Haare etwas kürzen, einen Coiffure zu finden und wurden um die Ecke fündig. Wir staunten dann aber nicht schlecht, hatten wir doch eine ganze Stunde für den Coiffurebesuch eingeplant, als wir beide 15 Minuten später wieder auf der Strasse standen. Upssss... was ist den da passiert? Die Haare waren jedenfalls definitiv kürzer. Das wir im Apartment dann noch überschüssiges Haar wegschneiden mussten war doch Nebensache, wenn der Haarschnitt rund Fr. 9.00 kostete... ;-)


Bevor wir uns von Buenos Aires verabschiedeten, besuchen wir noch ein Highlight, FUERZA BRUTA, eine total verrückte und unvergleichbare Show, die man gesehen haben muss um es zu erfassen... es wird Percussion gespielt und dazu gibt es artistische Einlagen, die wirklich einzigartig sind. Die komplette Show ist interaktiv und das Publikum steht während des gesamten Spektakels und wird somit Teil des Ganzen. Vielleicht können die Fotos einen kleinen Einblick geben!



Palacio del Congreso Buenos Aires






Tango in San Telmo

Av. 9 de Julio mit Evita
Casa Rosada
San Telmo
LEICA in alt ;-) und gestresste Verkäufer...




Touristenviertel El Caminto


La Boca - das nicht ganz sichere Viertel.... mhmm warum?!?

Tango auf der Strasse ist für Touris immer ein Highlight


Tangoshow 1 im berühmten Cafe Tortoni
.... sehr touristisch, aber gut!
Hausaufgaben müssen auch sein :-)
Obelisco


Eine Einheimische beim Sonnen vor dem Teatro Colon ;-)
Cementerio Recoleta
zum Teil etwas gruselig...







Rosengarten in Buenos Aires

Asado im Restaurant Des Nivel - Fleischstücke ab 400g aufwärts...



Unser Apartment in Monserat
Mateeeeeee....
3***-Abendessen im Apartment... leider hatte es keine Teller zum anrichten, dafür schöne Weingläser.. ;-)
Beim High-Speed Coiffeur

Tangoshow 2 im "La Hormiga" - sehr autentisch

FUERZA BRUTA - eine unglaubliche Show